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Stellenangebot in der Schweiz steigt 2010

Montag, den 31. Mai 2010

Das Stellenangebot in der Schweiz hat im ersten Quartal 2010 deutlich zugelegt. Von dem Mehrangebot an Stellen profitierten alle Grossregionen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmass.

Die Anzeichen für einen wirtschaftlichen Aufschwung mehren sich: Die Unternehmen in der Schweiz haben im ersten Quartal 2010 deutlich mehr Stellen angeboten als im letzten Quartal 2009. Dies zeigen die aktuellen Quartalswerte des Adecco Swiss Job Market Index (ASJMI), die von der Universität Zürich erhobene wissenschaftliche Messgrösse für den Schweizer Gesamtstellenmarkt in der Presse und im Internet. Die Zunahme des Stellenangebots ist regional breit abgestützt, wobei die Westschweiz am stärksten von der positiven Entwicklung profitiert.

Die Schweizer Unternehmen haben ihre Aktivität auf dem Stellenmarkt weiter verstärkt: Die bereits Ende 2009 eingetretene Trendwende bestätigte sich im ersten Quartal 2010 deutlich.
Das Gesamtstellenangebot stieg in den ersten drei Monaten des Jahres um 15%. Dieser Zuwachs ist sehr viel grösser als aufgrund saisonaler Effekte zu erwarten wäre, und zeigt sich – in unterschiedlichem Ausmass – in allen Regionen.

Presse holt Inserate zurück
Die Trendwende zeigt sich in allen Ausschreibungskanälen. Für einmal ist es aber die Presse, die den bedeutendsten Zugewinn an Stellenangeboten verzeichnete. Im Vergleich zum Vorquartal erhöhte sich die Zahl der Stelleninserate in der Presse um fast einen Drittel, wenn auch auf bescheidenem Niveau. Die Jobportale konnten ebenfalls ein Plus von 20% verzeichnen, während die Stellenausschreibungen auf den Unternehmenswebseiten lediglich um 8% zulegten. Eine besonders starke Zunahme findet sich somit bei den kostenpflichtigen Ausschreibungen über Presse und Jobportale, was auf eine teils wieder schwieriger werdende Personalsuche hinweist. Im Falle der Presse dürften auch saisonale Effekte zur positiven Entwicklung beigetragen haben, die sich vor allem auf Branchen auswirkten, in denen Stellen traditionell via Presse ausgeschrieben werden (Landwirtschaft, Ausbaugewerbe und Gastgewerbe).

Grafik: Gesamtindex und Teilindices

Aufschwung in der lateinischen Schweiz
In der Romandie und im Tessin war das Stellenangebot bereits im vierten Quartal des letzten Jahres um 10% gewachsen. Im ersten Quartal 2010 zeigt der sprachregionale Index für die lateinische Schweiz (Romandie und Tessin) nun sogar einen Anstieg von 20%. Im Gegensatz zum Vorquartal nahm seit Jahresbeginn das Stellenvolumen aber auch in der Deutschschweiz zu, und zwar um 14%. Die Deutschschweiz liegt damit aktuell nur noch wenig unter dem Wert des ersten Quartals 2009 (–4%), während der Index für die lateinische Schweiz sogar spürbar über dem Wert des Vorjahres liegt (+7%).

Grafik: Sprachregionale Indices

Regional breit abgestützt
Innerhalb der Sprachregionen ist die Erholung wesentlich breiter abgestützt als im letzten Quartal, als die einzelnen Grossregionen noch ein sehr gemischtes Bild präsentierten. Der Vergleich der grossregionalen Indices im ersten Quartal 2010 zeigt, dass der Espace Mittelland (+28%) und die Genferseeregion (+26%) am stärksten von der positiven Stellenmarktentwicklung profitierten.
Im Espace Mittelland (Freiburg, Neuenburg, Jura, Bern) dürften verschiedene Branchen wie etwa Uhren und Investitionsgüter zur Erholung beigetragen haben. Ausserdem könnten saisonale Effekte in Tourismus und Bauwirtschaft unterstützend gewirkt haben.

Auch in den Regionen Zentralschweiz (+16%) und Zürich (+14%) war ein substanzielles Wachstum des Stellenmarkts zu beobachten, während die Entwicklung in der Nordwestschweiz (+5%) und der Ostschweiz (+3%) zaghafter ausfiel.

In der längerfristigen Betrachtung hinkt insbesondere die Ostschweiz mit ihrem vergleichsweise grossen Anteil an traditionellen Industrieunternehmen der allgemeinen Entwicklung hinterher. Ganz anders die bereits erwähnte Genferseeregion: Dort ist die Stellenmarktentwicklung seit dem Frühjahr 2008 nicht nur weniger stark zurückgegangen, sondern sie hat sich auch schneller wieder erholt und liegt heute bereits über dem Vorjahreswert. Das schon seit längerem bestehende West-Ost-Gefälle in der Stellenmarktentwicklung hat sich also im jüngsten Quartal weiter verstärkt.

Quelle: Stellenmarktmonitor

Der Schweizer Stellenmarkt hat sich stabilisiert

Montag, den 8. März 2010

Erstmals seit 18 Monaten ist das Stellenangebot in der Schweiz nicht mehr gesunken. Einzelne Regionen verzeichnen sogar ein Wachstum. Sind das die Vorläufer eines baldigen Aufschwungs?

Im vierten Quartal 2009 hat die Anzahl ausgeschriebener Stellen in der Schweiz erstmals seit dem Sommer 2008 nicht mehr abgenommen. Die regionale Entwicklung des Stellenangebotes ist aber nach wie vor sehr unterschiedlich. So gibt es Gewinner und Verlierer: Die Zentralschweiz verzeichnet mit plus 13% das stärkste Wachstum, der Espace Mittelland mit minus 11% den stärksten Verlust. Dies zeigen die neusten Quartalswerte des von der Universität Zürich erhobenen Adecco Swiss Job Market Index (ASJMI).

Die gute Nachricht vorweg: Der seit eineinhalb Jahren andauernde Krebsgang des Stellenangebotes in der Schweiz ist gestoppt. Die sich bereits im letzten Quartal abzeichnende Stabilisierung hat sich zum Jahresende fortgesetzt, der Adecco Swiss Job Market Index verzeichnet zum ersten Mal seit 18 Monaten keinen Rückgang mehr. Diese Entwicklung setzt im Hinblick auf die Arbeitsmarktentwicklung im neuen Jahr ein erfreuliches Zeichen.

Doch trotz dieser zuversichtlich stimmenden Zahlen verweisen die Forscher der Universität Zürich auf das unterschiedliche Bild aus den Sprach- und Grossregionen und warnen vor allzu grossem Optimismus. Das Bild sei noch zu uneinheitlich, von einem umfassenden Aufschwung auf breiter Basis könne noch nicht gesprochen werden.

Die Bedeutung von Stelleninseraten in der Presse nimmt weiter ab
Vom sich stabilisierenden Stellenmarkt profitieren die Online-Jobportale am meisten (+7%). Während das Stellenangebot auf den Unternehmenswebseiten im Schlussquartal 2009 fast gleich bleibt (–1%), muss die Presse einen weiteren markanten Rückgang der Stelleninserate um 12% verzeichnen.

Überblickt man die Ausschreibungskanäle über einen langen Zeitraum, sieht es düster aus für die Presse. Seit dem ersten Quartal 2003 ist der Beitrag der Presse zum Gesamtindex von rund 40% auf 10% zusammengeschrumpft, während sich der Beitrag der Online-Jobportale von 15% auf 38% mehr als verdoppelt hat. Der Bedeutungsgewinn der Online-Jobportale gegenüber der Presse setzt sich über die konjunkturellen Schwankungen hinweg weiter fort.

• Grafik: Gesamtindex und Teilindices

Erholungszeichen in der lateinischen Schweiz
Noch im dritten Quartal 2009 gab es aus der Westschweiz und dem Tessin schlechte Nachrichten: Die lateinische Sprachregion verzeichnete damals einen Rückgang des Stellenangebotes um 14%. Im Schlussquartal 2009 hat das Pendel jedoch wieder auf die andere Seite ausgeschlagen, das Stellenangebot hat in der lateinischen Schweiz diesmal um 10% zugelegt. Im Gegensatz dazu stagniert der Stellenmarkt in der Deutschschweiz nach wie vor.

Die unterschiedliche Entwicklung in den Sprachregionen bestätigt sich auch im Vorjahresvergleich. Gegenüber dem vierten Quartal 2008 ist das Stellenangebot in der Deutschschweiz um 27% zurückgegangen, während für die Romandie und das Tessin lediglich ein Minus von 9% zu verzeichnen ist. Der Deutschschweizer Stellenmarkt scheint die Konjunkturbewegungen also stärker nachzuzeichnen als der lateinische.

• Grafik: Sprachregionale Indices

Zentralschweiz zeigt positivste Entwicklung
Innerhalb der Grossregionen zeigen sich ebenfalls unterschiedliche Entwicklungen. Die positivsten Signale kommen aus der Zentralschweiz: Die Anzahl ausgeschriebener Stellen hat hier im letzten Quartal 2009 markant zugenommen (+13%). Das ist umso erfreulicher, als das Stellenangebot in dieser Region zuvor besonders stark eingebrochen war. Ebenfalls positiv schneiden die Genferseeregion (+8%) und die Nordwestschweiz (+7%) ab.

Harzig verläuft die Entwicklung des Stellenmarktes in der grössten Arbeitsmarktregion der Schweiz, der Region Zürich. Gegenüber dem letzten Quartal schrumpft das Stellenangebot um weitere 3%. Der Espace Mittelland muss einen starken Dämpfer hinnehmen, das Stellenangebot hat sich hier stark rückläufig entwickelt (–11%). In der Ostschweiz hat sich die Stabilisierung des Arbeitsmarktes fortgesetzt (+1%), die sich schon im dritten Quartal abgezeichnet hat. Allerdings ist es eine Stabilisierung auf tiefem Niveau, musste diese Region doch zuvor die grössten Einbussen aller Regionen der Schweiz in Kauf nehmen.

• Grafik: Grossregionale Indices

Der ASJMI beruht auf den Auszählungen der ausgeschriebenen Stellen in 90 Pressetiteln (Zeitungen und Anzeiger), 12 Jobportalen und 880 Unternehmenswebseiten.

Die aktuellen Indexzahlen sowie detaillierte Angaben zur Datengrundlage und Methodik des Index können auf der Webseite des Stellenmarkt-Monitors Schweiz der Universität Zürich bezogen werden www.stellenmarktmonitor.uzh.ch.

Quelle: Stellenmarkt-Monitor Schweiz

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