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Recruiting Trends Schweiz 2010

Montag, den 9. August 2010

Bereits im vierten Jahr in Folge untersucht die Studienreihe «Recruiting Trends Schweiz» die Rekrutierungstendenzen in den Top-500-Unternehmen Schweizer Unternehmen. Wie schon ihre Vorgänger wurde die aktuelle Erhebung vom Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS), einem Forschungsprojekt der Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main, in Zusammenarbeit mit Monster.ch durchgeführt.

Zwischen Oktober und Dezember 2009 wurden dabei die 500 Schweizer Unternehmen mit den meisten Mitarbeitern im Rahmen einer Fragebogenaktion kontaktiert. Die Erkenntnisse der in dieser Form schweizweit einzigartigen Erhebung sind auch dieses Jahr höchst interessant, denn der Befragungszeitraum fiel in eine angespannte Phase der konjunkturellen Entwicklung gegen Ende des vergangenen Jahres.

Stellenanzeigen bald nur noch im Internet?

Die Schweizer Grossunternehmen veröffentlichen 82,1 Prozent ihrer freien Stellen auf der eigenen Unternehmens-Webseite und 67,6 Prozent in Internet-Stellenbörsen. Damit können diese beiden Internet-Rekrutierungskanäle ihr Niveau aus dem Jahr 2008 im Gegensatz zu den Printmedien halten. In Zeitungen und Zeitschriften werden nur noch 33,1 Prozent aller Vakanzen veröffentlicht, was einem Verlust um 7,6 Prozentpunkte seit dem Jahr 2008 und um 16,8 Prozentpunkte seit dem Jahr 2007 entspricht. Auch bei der Frage, über welche Kanäle die tatsächlichen Einstellungen generiert werden, geht der Trend in Richtung Internet. 61,0 Prozent aller im Jahr 2009 realisierten Neueinstellungen gingen auf eine Stellenanzeige im Internet zurück – ein Plus von 3,1 Prozentpunkten binnen Jahresfrist. Der Printbereich verliert im gleichen Zeitraum 2,4 Prozentpunkte, 2009 wurden nur noch 20,5 Prozent aller Einstellungen über dieses Medium generiert.

E-Mail-Bewerbungen überwiegen im Bewerbungseingang

Erstmals bilden die Bewerbungen per E-Mail mit 45,0 Prozent den grössten Anteil im Bewerbungseingang der Unternehmen. Es folgen die klassische Bewerbungsmappe auf Papier mit 44,5 Prozent und die Bewerbung über ein standardisiertes Webformular mit 9,5 Prozent. Die E-Mail-Bewerbung wird mit 42,2 Prozent auch von den meisten Unternehmen bevorzugt. Immer noch ein Viertel der Befragten hält aber an der Bewerbungsmappe fest. 17,2 Prozent präferieren die Formularbewerbung, während 15,6 Prozent keine eindeutige Präferenz für ein bestimmtes Verfahren angeben. Betrachtet man die Entwicklung im Bewerbungseingang über die Jahre hinweg, zeigt sich ein deutlicher Trend hin zur elektronischen Bewerbung (Summe aus E-Mail- und Formularbewerbung). Waren im Jahr 2007 noch 57,8 Prozent aller eingehenden Bewerbungen papierbasierte Mappen, sind es heute nur noch 44,5 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil elektronischer Bewerbungen von 40,2 Prozent auf 54,5 Prozent.

Fachkräftemangel hält an – Social Media als Lösungsansatz?

Die Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass die Besetzung von 29,0 Prozent aller für 2010 erwarteten Vakanzen schwierig wird, weil es auf dem Arbeitsmarkt immer noch an geeigneten Kandidaten mangelt. 3,7 Prozent aller freien Stellen werden gar für unbesetzbar gehalten.

Interessant dabei ist, dass dieser Fachkräftemangel unabhängig der jüngsten negativen Wirtschaftsentwicklung anhält. Seit 2008 bewegt er sich auf nahezu unverändert hohem Niveau. Um im Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte dennoch bestehen zu können, müssen die Unternehmen daher neue Richtungen einschlagen. Die rein passive Suche über die Schaltung von Stellenanzeigen auf der eigenen Unternehmens-Webseite oder in Internet-Stellenbörsen reicht häufig nicht mehr aus. Neue Potenziale bieten sich durch die Nutzung von Web 2.0-Anwendungen und der Suchmaschine Google an. Allerdings besitzen solche Applikationen unter den Top-500-Unternehmen aus der Schweiz bislang noch einen vergleichsweise geringen Stellenwert, wenn es um die aktive Kandidaten-Suche geht. Lediglich 18,6 Prozent der Studienteilnehmer denken, dass über Google gefundene Informationen für die Auswahlentscheidung im Rahmen einer Stellenbesetzung wichtig sein könnten. Für das Karrierenetzwerk Xing vertreten noch 10,3 Prozent diese Meinung. Und noch weniger Unternehmen sind der Ansicht, dass Informationen aus dem berufsorientierten Online-Netzwerk LinkedIn (3,4 Prozent) oder aus der sozialen Netzwerkplattform Facebook (1,7 Prozent) für die Stellenbesetzung von Bedeutung sein könnten. Die Einschätzung des Stellenwerts von Informationen aus den genannten Quellen deckt sich weitestgehend mit den Angaben zur tatsächlichen Nutzung. Lediglich 17,5 Prozent greifen häufig auf Google und 14,5 Prozent auf Xing zurück, um über Kandidaten zu recherchieren, 6,5 Prozent informieren sich über LinkedIn und nur gerade 1,6 Prozent über Facebook.

Dennoch ergeben sich im Web 2.0, vor allem bei der Rekrutierung passiv suchender Kandidaten, umfangreiche und interessante Potenziale. Ganz neue Ansätze bieten darüber hinaus innovative Internet-Stellenplattformen wie Monster.ch mit Rekrutierungslösungen, welche die Unternehmen effizient mit Social Media-Netzwerken verknüpfen. Die professionelle Präsenz als Arbeitgeber auf Facebook, Twitter und Co. kann die Ansprache gesuchter, hochqualifizierter Arbeitskräfte wesentlich vereinfachen, denn gerade diese technologisch aufgeschlossenen Zielgruppen nutzen solche Kommunikationskanäle besonders intensiv.

Die vollständige Studie kann bei der Monster Switzerland AG über die E-Mail-Adresse recruitingtrends@monster.ch kostenlos bezogen werden.

Quelle: weka-personal

Der Schweizer Stellenmarkt hat sich stabilisiert

Montag, den 8. März 2010

Erstmals seit 18 Monaten ist das Stellenangebot in der Schweiz nicht mehr gesunken. Einzelne Regionen verzeichnen sogar ein Wachstum. Sind das die Vorläufer eines baldigen Aufschwungs?

Im vierten Quartal 2009 hat die Anzahl ausgeschriebener Stellen in der Schweiz erstmals seit dem Sommer 2008 nicht mehr abgenommen. Die regionale Entwicklung des Stellenangebotes ist aber nach wie vor sehr unterschiedlich. So gibt es Gewinner und Verlierer: Die Zentralschweiz verzeichnet mit plus 13% das stärkste Wachstum, der Espace Mittelland mit minus 11% den stärksten Verlust. Dies zeigen die neusten Quartalswerte des von der Universität Zürich erhobenen Adecco Swiss Job Market Index (ASJMI).

Die gute Nachricht vorweg: Der seit eineinhalb Jahren andauernde Krebsgang des Stellenangebotes in der Schweiz ist gestoppt. Die sich bereits im letzten Quartal abzeichnende Stabilisierung hat sich zum Jahresende fortgesetzt, der Adecco Swiss Job Market Index verzeichnet zum ersten Mal seit 18 Monaten keinen Rückgang mehr. Diese Entwicklung setzt im Hinblick auf die Arbeitsmarktentwicklung im neuen Jahr ein erfreuliches Zeichen.

Doch trotz dieser zuversichtlich stimmenden Zahlen verweisen die Forscher der Universität Zürich auf das unterschiedliche Bild aus den Sprach- und Grossregionen und warnen vor allzu grossem Optimismus. Das Bild sei noch zu uneinheitlich, von einem umfassenden Aufschwung auf breiter Basis könne noch nicht gesprochen werden.

Die Bedeutung von Stelleninseraten in der Presse nimmt weiter ab
Vom sich stabilisierenden Stellenmarkt profitieren die Online-Jobportale am meisten (+7%). Während das Stellenangebot auf den Unternehmenswebseiten im Schlussquartal 2009 fast gleich bleibt (–1%), muss die Presse einen weiteren markanten Rückgang der Stelleninserate um 12% verzeichnen.

Überblickt man die Ausschreibungskanäle über einen langen Zeitraum, sieht es düster aus für die Presse. Seit dem ersten Quartal 2003 ist der Beitrag der Presse zum Gesamtindex von rund 40% auf 10% zusammengeschrumpft, während sich der Beitrag der Online-Jobportale von 15% auf 38% mehr als verdoppelt hat. Der Bedeutungsgewinn der Online-Jobportale gegenüber der Presse setzt sich über die konjunkturellen Schwankungen hinweg weiter fort.

• Grafik: Gesamtindex und Teilindices

Erholungszeichen in der lateinischen Schweiz
Noch im dritten Quartal 2009 gab es aus der Westschweiz und dem Tessin schlechte Nachrichten: Die lateinische Sprachregion verzeichnete damals einen Rückgang des Stellenangebotes um 14%. Im Schlussquartal 2009 hat das Pendel jedoch wieder auf die andere Seite ausgeschlagen, das Stellenangebot hat in der lateinischen Schweiz diesmal um 10% zugelegt. Im Gegensatz dazu stagniert der Stellenmarkt in der Deutschschweiz nach wie vor.

Die unterschiedliche Entwicklung in den Sprachregionen bestätigt sich auch im Vorjahresvergleich. Gegenüber dem vierten Quartal 2008 ist das Stellenangebot in der Deutschschweiz um 27% zurückgegangen, während für die Romandie und das Tessin lediglich ein Minus von 9% zu verzeichnen ist. Der Deutschschweizer Stellenmarkt scheint die Konjunkturbewegungen also stärker nachzuzeichnen als der lateinische.

• Grafik: Sprachregionale Indices

Zentralschweiz zeigt positivste Entwicklung
Innerhalb der Grossregionen zeigen sich ebenfalls unterschiedliche Entwicklungen. Die positivsten Signale kommen aus der Zentralschweiz: Die Anzahl ausgeschriebener Stellen hat hier im letzten Quartal 2009 markant zugenommen (+13%). Das ist umso erfreulicher, als das Stellenangebot in dieser Region zuvor besonders stark eingebrochen war. Ebenfalls positiv schneiden die Genferseeregion (+8%) und die Nordwestschweiz (+7%) ab.

Harzig verläuft die Entwicklung des Stellenmarktes in der grössten Arbeitsmarktregion der Schweiz, der Region Zürich. Gegenüber dem letzten Quartal schrumpft das Stellenangebot um weitere 3%. Der Espace Mittelland muss einen starken Dämpfer hinnehmen, das Stellenangebot hat sich hier stark rückläufig entwickelt (–11%). In der Ostschweiz hat sich die Stabilisierung des Arbeitsmarktes fortgesetzt (+1%), die sich schon im dritten Quartal abgezeichnet hat. Allerdings ist es eine Stabilisierung auf tiefem Niveau, musste diese Region doch zuvor die grössten Einbussen aller Regionen der Schweiz in Kauf nehmen.

• Grafik: Grossregionale Indices

Der ASJMI beruht auf den Auszählungen der ausgeschriebenen Stellen in 90 Pressetiteln (Zeitungen und Anzeiger), 12 Jobportalen und 880 Unternehmenswebseiten.

Die aktuellen Indexzahlen sowie detaillierte Angaben zur Datengrundlage und Methodik des Index können auf der Webseite des Stellenmarkt-Monitors Schweiz der Universität Zürich bezogen werden www.stellenmarktmonitor.uzh.ch.

Quelle: Stellenmarkt-Monitor Schweiz

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