eRecruiting oder das «e» im Bewerbungsprozess
Der Arbeitsmarkt im Internet kennt keine Öffnungszeiten: 24 Stunden pro Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr ist der globale elektronische Stellenmarkt verfügbar. Unternehmungen und Personalberater nutzen dieses Medium seit einigen Jahren nicht mehr nur zur Veröffentlichung ihrer vakanten Positionen, sondern fördern zunehmend aktiv die elektronische Abwicklung des gesamten Bewerbungsprozesses. Anbieter und Nachfrager auf dem umkämpften Markt rücken dank der neuen Technologie näher zusammen und Prozesse werden beschleunigt und vereinfacht.
Was versteht man unter eRecruiting
Die Meinungen in der Fachwelt gehen auseinander, wie weit der Begriff eRecruiting (als Bestandteil eines umfassenden eHR) zu fassen ist. Während für die einen bereits die Veröffentlichung eines Inserates im Internet oder eine Bewerbung per eMail eRecruiting darstellt, verstehen andere unter diesem Begriff einen kompletten virtuellen Bewerbungsprozess von der Bedarfsmeldung über die Ausschreibung der Stelle bis hin zur Einstellung respektive Absage an die Bewerbenden. Mittlerweile wird allerdings bei vielen Firmen die Tendenz deutlich, die umfassende Definition anzuwenden und mehr und mehr Prozesse elektronisch abzubilden. Einfacher gesagt: Jobs werden auf dem Internet ausgeschrieben, die Bewerbungen gehen in elektronischer Form bei der Unternehmung ein und die vor- und nachgelagerten Prozesse werden möglichst vollständig mit Unterstützung von IT-Systemen bearbeitet.
Der Druck, Kosten einzusparen und vermehrt strategisch in die Unternehmensprozesse einzugreifen, steigt auch für die Personalabteilungen. Um den Aufwand für die wiederkehrenden administrativen Prozesse reduzieren zu können, erweist sich das eRecruting neben den «Employee Shared Services» und dem Outsourcing als sehr effektive Methode.
eRecruiting bewirkt demnach auf beiden Seiten eine neue Transparenz des Stellenmarktes, Effizienzsteigerung sowie Kosten- und Zeitersparnis.
Neben den offensichtlichen Vorteilen stellen sich den Bewerbenden aber auch einige Fragen: Welche Stellenbörse ist die richtige für mich? Wo finde ich die Stellen, welche meinen Fähigkeiten und Wünschen am besten entsprechen? Soll ich mich online bewerben oder doch besser ein Papier-Dossier per Post abschicken? Ist die Suche auf einer Internet-Stellenbörse oder auf einer Firmenseite erfolgversprechender? Initiativbewerbung oder direkte Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle? Sind die Social Networks im Web 2.0 der Schlüssel zum Erfolg in der Stellensuche?
Was der Markt derzeit bietet
Seit rund zehn Jahren bieten kommerzielle Internet-Stellenbörsen, Personalberater und auch immer mehr Unternehmen den Bewerbern die Möglichkeit, sich online zu bewerben. Das «e» – für electronic – ist aus dem Rekrutierungsprozess nicht mehr wegzudenken. eRecruiting hat sich zum Standard entwickelt; für die Bewerbenden genauso wie für die Unternehmen.
Nachdem die Anzahl der Stellenbörsen und Bewerber/CV-Datenbanken im Internet zu Beginn geradezu inflationär gewachsen ist, fand – und findet immer noch – in der Zwischenzeit ein Konsolidierungsprozess statt, welcher einige «Grosse» und zahlreiche Nischenanbieter hervorgebracht hat. Eine komplette Übersicht aller elektronischen Stellenbörsen fehlt, aber es dürften aktuell weit über 100 sein. Gleichzeitig haben viele Firmen ihre eigenen Karriereseiten auf dem Internet ausgebaut und bieten zusätzliche Funktionen und Informationen für die Stellensuchenden an. Vor allem bekannte (Gross-) Unternehmen nutzen diese Möglichkeiten, da die Firmennamen und damit auch die Webadressen bekannt sind und von Bewerbenden nach Karriereseiten durchsucht werden.
Dass die elektronischen Stellenbörsen unabhängig der wirtschaftlichen Lage eine gute Adresse sind, zeigen erneut die aktuellen Zahlen des Jobpilot-Index, welcher die Entwicklung der Online-Stellenausschreibungen auf verschiedenen Seiten aufzeigt. Nachdem der Index von April 2003 bis im April 2008 kontinuierlich anstieg, ging dieser im Herbst 2008 erstmals leicht zurück; ist aber nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Der Umfang der Stellenanzeigen in den Printmedien hat sich dagegen seit einiger Zeit auf einem eher bescheidenen Niveau eingependelt. Die Gründe dafür sind nahe liegend: Flexiblere Aufschaltung, schnellere Abwicklung und massive Einsparungen bei den direkten Rekrutierungskosten für die Firmen.
Was verändert sich durch eRecruiting
Das eRecruiting beschleunigt die Prozesse deutlich. Mussten früher die externen und internen Postlaufzeiten abgewartet werden, können heute Bewerbungen innerhalb kürzester Zeit elektronisch verschickt, weitergeleitet und bearbeitet werden.
Die meisten IT-Systeme, welche in diesem Bereich zum Einsatz kommen, verfügen über automatische Mailfunktionen, welche alle involvierten Personen im Unternehmen bei jeder eingehenden Bewerbung sofort informieren. Für die Bewerbenden empfiehlt es sich deshalb, alle nötigen Unterlagen bereit zu halten, da ein allfälliger Rückruf oder sogar eine Einladung zum Interview innerhalb weniger Stunden nach dem Versand erfolgen kann.
Die Entwicklung hin zum eRecruiting ist aber nicht nur für die Bewerbenden, sondern auch für die Unternehmen selbst eine Umstellung und nicht selten eine grosse Herausforderung. Die Prozesse sind neu zu gestalten und die eingesetzten Technologien müssen laufend angepasst werden. Nicht zu vergessen sind dabei auch die Mitarbeitenden in den Personalabteilungen und Linienstellen, welche mit diesen neuen Gegebenheiten konfrontiert werden.
Wo finde ich die Stellen
Die Frage nach der richtigen Auswahl der Stellenbörsen für den Traumjob stellt sich auch im Zeitalter von eRecruiting sowohl für die Bewerbenden als auch für die Unternehmen. Viele Unternehmen fahren eine Dualstrategie, indem sie Stelleninserate sowohl in den Print- als auch in den elektronischen Medien aufschalten. Das gleiche gilt für die Bewerbenden. Je nach Branche sollte nach fachspezifischen Zeitschriften, Zeitungen, elektronischen Stellenbörsen und entsprechenden Unternehmen recherchiert werden. Diese Quellen gilt es dann nach Inseraten zu durchsuchen. Gerade in Zeiten von erhöhtem Kostendruck konzentrieren sich viele Unternehmen auf die (eigenen) elektronischen Stellenbörsen – ein Besuch auf den Internet-Seiten lohnt sich bestimmt. Es ist heutzutage ein Muss, auch die Online-Stellenbörsen zu konsultieren, um einen kompletten Überblick über den aktuellen Stellenmarkt in einer Region bzw. einer Branche zu erhalten.
eRecruiting – neue «alte» Möglichkeiten
eRecruiting ist den Kinderschuhen längst entwachsen und hat sich als Standard im Bewerbungsprozess etabliert. Neben dem Stellenmarkt in den Printmedien hat sich ein neuer starker Markt etabliert, der vor allem durch seine Flexibilität und Aktualität besticht. Wer die Herausforderungen annimmt, die Stolpersteine überwindet und sich aktiv und agil in der eHR Welt bewegt, dem öffnen sich neue spannende Türen: dies gilt für Bewerbende ebenso wie für die Firmen. Der Sprung in diese neue Welt lohnt sich auf jeden Fall und mit den Web 2.0 Anwendungen ist die nächste Runde eingeläutet!
Quelle: www.zukunftschancen.ch
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Am 26. Januar 2010 um 21:34 Uhr
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